Warum Kinder Rollenspiele lieben und brauchen

Haben Sie sich schon mal gefragt, was das Rollenspiel Ihres Kindes Ihnen über die Gefühlslage und die Entwicklung verrät? In unserem Arbeitsalltag, der sehr viel mit Verkleidung zu tun hat, stellen wir immer wieder mit Erstaunen fest, wie gerne sich besonders Kinder verkleiden und wie tief sie in die Phantasierollen eintauchen können. Wer kennt das nicht, ohne die Sprache zu kennen, kann eine 3-jährige englische Liedtexte nachsingen und alle Gesten aus Ihrem Lieblingsfilm nachahmen. Ob Arzt, Prinzessin oder Müllmann, nicht nur an Fasching schlüpfen Kinder gern in Rollen ihrer Vorbilder. Durch dieses Rollenspiel wird viel gelernt.

 

Kinder spielen darin Alltagsszenen nach, das bekannteste „Mutter Vater Kind“ oder „Haus“ kennen Sie sicher auch aus der eigenen Kindheit. Kinder ab 3 oder etwas früher fangen mit dieser Art von Spiel an, dabei hängt es davon ab, welches Thema die Kleinen besonders beschäftigt: Mama bekommt ein Baby, ich muss zum Arzt oder bei Jungen gerne Kampfszenen aus Büchern oder Kindertrickfilmen. Aus dem Rollenspiel Ihres Kleinen / Ihrer Kleinen können Sie also gut rauslesen, was es gerade beschäftigt, welche Ängste es hat oder wie es Themen verarbeitet. Mit steigendem Alter des Kinder nimmt das Rollenspiel an Komplexität und Länge zu, es treten Verhandlungen auf, Kinder stellen eine Planung zum Spiel sowie Spielregeln auf.

 

Wozu brauchen Kinder Rollenspiele?

Kinder brauchen die Rollenspiele, um sich in die Erwachsenenwelt hineinzuversetzen, diese zu erforschen und zu üben. Sie lernen dabei:

  • Verständnis für die Welt der Erwachsenen: erlernen der Aufgaben und Rollen
  • Empathie lernen, die Welt aus einer anderen Perspektive sehen
  • Übung von Sozialverhalten, Aushandeln von Kompromissen
  • Regeln aufstellen und befolgen
  • Erlebnisse und Ängste verarbeiten
  • Innere Konflikte thematisieren
  • Sprache und Ausdruck trainieren

Raum schaffen für Rollenspiele zu Hause

Mein Sohn spielt bevorzugt das Verkaufsspiel in seinem kleinen Kinderladen. Natürlich erleichtern solche Spielumgebungen das Rollenspiel, aber auch eine Verkleidungskiste mit allerlei aussortierten alten Krawatten von Papa,  Schminke und Hüten erleichtern Kindern den Einstieg ins Rollenspiel. Sehr beliebt sind bei uns momentan auch Putzutensilien, Lappen, Schwämme und alte Dosen oder Verbandszeug aus abgelaufenen Verbandskästen. 

 

Uns Erwachsenen fällt es oft schwer, ohne Hemmungen wilde Kreaturen zu spielen und uns auf imaginäre Rollen einzulassen. Es ist aber wichtig, dass wir es so gut wie möglich versuchen. Lassen Sie hierbei Ihrem Nachwuchs die Anweisungen zu geben und die Szenerie zu bestimmen. Sicher haben Sie Situationen schon oft in Vorbereitung auf ein Ereignis, wie z.B. den Besuch beim Zahnarzt, durchgespielt und selbst vorgegeben, was passiert. Somit kennt das Kind den Ablauf und erste Ängste vor dem Ungewissen sind abgeschwächt oder sogar genommen. Probieren Sie es auch mal andersrum aus und lassen Sie sich von Ihrem Kind instruieren.

 

Das Verkleiden ist ein Teil unseres Unterhaltungsprogramms für Kinder, wir bringen Verkleidungskisten auf Kindergeburtstage mit und lassen den Kindern viel Spielraum zum Fantasieren.

 

Wir wünschen viel Spaß bei Ihrem nächsten Rollenspiel zu Hause oder beim Entdecken einer neuen Themenwelt bei Ihrer Mottoparty. Welche Rollen spielen Ihre Kinder derzeit am Liebsten? Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

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